Das Deutschland nicht zuletzt auch dank solcher Schmierblätter wie BILD, Morgenpost, Spiegel, dem Lokus Focus oder anderen widerlichen Ergüssen der Boulevardpresse zunehmend verblödet, ist in intellektuellen Kreisen inzwischen absolut unbestritten. Im Normallfall sind die dort zu findenden Meldungen einfach nur primitiv, geschmacklos oder spießig, manchmal aber übertreffen sich deren Redakteure in ihrer ureigenen Dämlichkeit selbst...
Stolperte ich doch heute zufällig über diese Meldung ;o)
Worauf hat sie sich denn da eingelassen? Katze bringt Hunde-Babys zur Welt!
Weiter müssen wir lesen... "In Brasilien liebte eine Katze einen Hund. Das Ergebnis des ungewöhnlichen Schäferstündchens: ein Kund!..." *lol*
Wo ist die Redaktion der Berliner Zeitung um Himmels Willen zur Schule gegangen? Die Rütli-Schule oder wurde das Fach 'Biologie' einfach nur abgewählt?
Ich mach mal flugs den Erklärbär und versuche, etwas Licht ins Dunkel dieses pseudowissenschaftlichen Schwachsinns zu bringen...
Bei einer Befruchtung verschmelzen Eizelle und Spermium. Um das zu bewerkstelligen, muß das Spermium zunächst einmal die befruchtungsfähige Eizelle auffinden, was über chemische Botenstoffe dieser Eizelle realisiert wird. Diese Botenstoffe unterscheiden sich von Art zu Art, sodaß ein artfremdes Spermium die Eizelle im Normalfall gar nicht finden kann.
Nehmen wir mal an, das Spermium hätte die Eizelle zufällig trotzdem gefunden, so müßte es als nächstes daran andocken um die Eihülle zu durchstoßen. Da auch das über artspezifische Rezeptoren der Eihülle stattfindet, würde dieser Versuch unweigerlich fehlschlagen. Ohne die erforderliche Akrosomenreaktion gäbe es jedoch keine Befruchtung.
Nehmen wir weiter an, auch das hätte (irgendwie) funktioniert, die Befruchtung wäre vollzogen worden und es hätte sich eine Zygote gebildet, so steht diese nun vor einem weiteren Problem. Eine erfolgreiche Verschmelzung ist nur bei einer kompatiblen Anzahl Chromosomensätze beider Elternteile möglich. Da das aber auch nicht der Fall ist, würde die befruchtete Eizelle spätestens an dieser Stelle absterben.
Natürlich hat jede Regel ihre Ausnahmen...
Die Eizelle kann von einem artfremden Spermium natürlich zufällig, auch ohne die passenden Botenstoffe gefunden werden, was in der Praxis nichteinmal selten vorkommt. Erfolgreich daran anzudocken ist schon etwas schwieriger, zwischen sehr verwandten Arten mit in der Folge auch ähnlichen Botenstoffen jedoch möglich. Dafür gibt es in der Praxis durchaus zahlreiche Beispiele (z.b. Maultiere, Zebroide).
Das Hauptproblem ist die Kompatibilität der Chromosomensätze. Unter natürlichen Bedingungen kämen für eine erfolgreiche Verschmelzung lediglich gleiche oder verwandte Arten mit gleichen Chromosomensätzen in Frage, in derem Ergebnis sogenannte Hybriden entstehen würden. Lediglich mit labortechnischer Hilfe, also _unnatürlichen_ Bedingungen, kann diese biologische Schranke umgangen werden und sogenannte Chimären (z.b. Schiegen, Liger) erzeugt werden.
Im vorliegenden Fall fällt labortechnische Mithilfe heraus, weswegen diese Meldung schon per Definition grober Unfug ist. Ob eine lebensfähige Chimäre zwischen genetisch so weit auseinanderliegenden Arten wie Hund und Katze überhaupt möglich ist, wage ich außerdem zu bezweifeln...
Viel wahrscheinlicher handelt es sich bei dem in der BZ abgedruckten Bild um stinknormale Hundewelpen, die von einer Amme in Form einer Katze aufgezogen werden. Natürlich hat eine so einfache Tatsache nicht das nötige Skandalpotential, weswegen man die Story wohl etwas aufbereitet hat...
pharao
(Die exzessiven Begriffserklärungen sind der Tatsache geschuldet, das mir heute jemand vorwarf, das Thema zu technisch zu behandeln)
Stolperte ich doch heute zufällig über diese Meldung ;o)
Worauf hat sie sich denn da eingelassen? Katze bringt Hunde-Babys zur Welt!
Weiter müssen wir lesen... "In Brasilien liebte eine Katze einen Hund. Das Ergebnis des ungewöhnlichen Schäferstündchens: ein Kund!..." *lol*
Wo ist die Redaktion der Berliner Zeitung um Himmels Willen zur Schule gegangen? Die Rütli-Schule oder wurde das Fach 'Biologie' einfach nur abgewählt?
Ich mach mal flugs den Erklärbär und versuche, etwas Licht ins Dunkel dieses pseudowissenschaftlichen Schwachsinns zu bringen...
Bei einer Befruchtung verschmelzen Eizelle und Spermium. Um das zu bewerkstelligen, muß das Spermium zunächst einmal die befruchtungsfähige Eizelle auffinden, was über chemische Botenstoffe dieser Eizelle realisiert wird. Diese Botenstoffe unterscheiden sich von Art zu Art, sodaß ein artfremdes Spermium die Eizelle im Normalfall gar nicht finden kann.
Nehmen wir mal an, das Spermium hätte die Eizelle zufällig trotzdem gefunden, so müßte es als nächstes daran andocken um die Eihülle zu durchstoßen. Da auch das über artspezifische Rezeptoren der Eihülle stattfindet, würde dieser Versuch unweigerlich fehlschlagen. Ohne die erforderliche Akrosomenreaktion gäbe es jedoch keine Befruchtung.
Nehmen wir weiter an, auch das hätte (irgendwie) funktioniert, die Befruchtung wäre vollzogen worden und es hätte sich eine Zygote gebildet, so steht diese nun vor einem weiteren Problem. Eine erfolgreiche Verschmelzung ist nur bei einer kompatiblen Anzahl Chromosomensätze beider Elternteile möglich. Da das aber auch nicht der Fall ist, würde die befruchtete Eizelle spätestens an dieser Stelle absterben.
Natürlich hat jede Regel ihre Ausnahmen...
Die Eizelle kann von einem artfremden Spermium natürlich zufällig, auch ohne die passenden Botenstoffe gefunden werden, was in der Praxis nichteinmal selten vorkommt. Erfolgreich daran anzudocken ist schon etwas schwieriger, zwischen sehr verwandten Arten mit in der Folge auch ähnlichen Botenstoffen jedoch möglich. Dafür gibt es in der Praxis durchaus zahlreiche Beispiele (z.b. Maultiere, Zebroide).
Das Hauptproblem ist die Kompatibilität der Chromosomensätze. Unter natürlichen Bedingungen kämen für eine erfolgreiche Verschmelzung lediglich gleiche oder verwandte Arten mit gleichen Chromosomensätzen in Frage, in derem Ergebnis sogenannte Hybriden entstehen würden. Lediglich mit labortechnischer Hilfe, also _unnatürlichen_ Bedingungen, kann diese biologische Schranke umgangen werden und sogenannte Chimären (z.b. Schiegen, Liger) erzeugt werden.
Im vorliegenden Fall fällt labortechnische Mithilfe heraus, weswegen diese Meldung schon per Definition grober Unfug ist. Ob eine lebensfähige Chimäre zwischen genetisch so weit auseinanderliegenden Arten wie Hund und Katze überhaupt möglich ist, wage ich außerdem zu bezweifeln...
Viel wahrscheinlicher handelt es sich bei dem in der BZ abgedruckten Bild um stinknormale Hundewelpen, die von einer Amme in Form einer Katze aufgezogen werden. Natürlich hat eine so einfache Tatsache nicht das nötige Skandalpotential, weswegen man die Story wohl etwas aufbereitet hat...
pharao
(Die exzessiven Begriffserklärungen sind der Tatsache geschuldet, das mir heute jemand vorwarf, das Thema zu technisch zu behandeln)





