Nochmal Urlaub! Und was macht man im Urlaub? Arbeiten ;o)
Da ich im Support tätig bin und es daher vorteilhaft ist, allen Widrigkeiten, die einem in unserer Branche begegnen, etwas entgegensetzen zu können, war es nun wieder mal an der Zeit, einen weiteren Blick auf das von so vielen Leuten gehypte Windows Vista zu werfen. Der letzte Versuch dürfte doch schon ein Jährchen her sein, eine frühe Beta die sich damals noch 'Longhorn' nannte...
Vom letzten Versuch geheilt, klemmte ich dieses Mal eine andere Festplatte ins System (Vista befördert nämlich andere Windows-Installationen ungefragt aber zuverlässig ins Nirwana) und los gings. Naja, nicht wirklich weit, weil permanente Freezes, gleich zu Beginn der Installation, selbige wirkungsvoll verhindern halfen.
Knapp 2 Stunden später hatte ich die Ursache auch schon gefunden; Vista mag wohl kein deaktiviertes ACPI?! Erst als ACPI _und_ APIC im BIOS enabled waren, ließ sich die Installationsroutine zur Mitarbeit bewegen. Schon allein dieser Sachverhalt macht Vista für meine Zwecke völlig unbrauchbar, ACPI/APIC und hohe Systemstabilität sind schon seit Jahren zwei verschieden paar Schuhe...
50 Minuten später (und das bei 'nem Asus P4P800-E, P4 3.2GHz, 2GB RAM und 'ner 'Raptor'), also nach etwa der anderthalbfachen Zeit einer XP-Installation war der Installer endlich fertig und ich konnte einen ersten Blick riskieren.
Bäääh is mir schleeecht...
Der Willkommensbildschirm (heißt jetzt Begrüßungscenter) ist ja für unbedarfte User ganz praktisch, aber was danach kommt, ist einfach nur grauenvoll! Wer um Gottes Willen hat diese bescheuerte Oberfläche verbrochen? Ganz abgesehen davon, daß einige bereits für XP vorhandene Themes ähnlich aussehen und der Desktop wie eine Mischung aus "Modern" (Standard Mozilla Theme) und "Crystal" (KDE 3.2 Standard Theme) wirkt, Aero also alles andere als eine neue Innovation ist, steht man darüberhinaus fassungslos vor einem designerischen Holocaust, wie er schlimmer nicht hätte ausfallen können.
Wozu eine standardmäßig aktivierte Sidebar? Wer zum Deibel braucht eine Uhr und bunte Bildchen mitten auf der Arbeitsfläche? Wozu braucht Mensch Transparenz? Was ist so toll daran, wenn ich hintenliegende Objekte diffus durchschimmern sehe? Wozu die im Vergleich zu XP noch größeren Ordnersymbole im neuen (sehr gewöhnungsbedürftigen) Explorer? Haben neuerdings alle Anwender eine 2560 x 1024'er Auflösung zur Verfügung? Und wozu gottverdammt wird eine schwenkbare! 3D-Darstellung von Ordnern benötigt? Wird damit die Produktivität höher oder nur einmal mehr billige mediale Bedürfnisse befriedigt?
Auch die Systemsteuerung wurde wieder einmal überarbeitet und macht es einem nicht leicht, gewohnte Konfigurationsmenüs schnell wiederzufinden. Erschwert wird dies außerdem durch die vorgenommene Kategorisierung. Die Krönung schlechthin ist allerdings die brandneue Benutzerkontensteuerung. Wer glaubt, die Ereignisprotokollierung beim Neustart oder Shutdown von XP wäre schon die nervigste und lästigste Idee von Microsoft gewesen, wird ganz schnell eines Besseren belehrt. Bei jeder x-beliebigen Konfigurationsänderung und nahezu jeder Softwareinstallation (außer natürlich solcher von Microsoft) plärrt dies Tool einen voll und hat damit den Titel "nervigste Softwarelösung des Jahrhunderts" redlich verdient.
Als besonders störend empfand ich einige unter W2k und XP vorhandene, unter Vista jedoch fehlende Möglichkeiten. So lassen sich weder die auf dem System standardmäßig vorhandenen Codecs komplett entfernen, noch eine ältere Version (v8 oder v9) der Microsoft Media-Codecs installieren. Damit gibt es nun keine (mir bekannte) Möglichkeit mehr, den Windows Mediaplayer aus dem System zu bügeln. Änderungen an Umgebungsvariablen scheinen auch nicht mehr so einfach möglich zu sein. Meine erste Änderung ('devmgr_show_nonpresent_devices') wurde ignoriert, eine weitere Eingabe ('devmgr_show_details') war nicht mehr möglich, da das entsprechende Eingabefeld dann leer war. Damit ist letztlich auch der Gerätemanager nicht mehr auf eine sinnvolle Nutzung umzustellen.
Auch unter der Haube scheinen sich einige Dinge geändert zu haben. Offensichtlich wurde der IP-Stack überarbeitet (oder sollte man besser "sabotiert" sagen), denn kein auf diesen angewiesenes Programm (NMap, Antivir Mailguard) funktionierte mehr, ja einige ließen sich gleich gar nicht mehr installieren.
Dies trifft gleichsam auf manch ältere Software zu. Sowohl WinAmp v2.25 (keine Installation möglich), IconEdit32 v1.0 (hängt), AVM ISDNWatch v2.0 (keine Funktion), Draytek SysLog v2.44 und WinVice v1.16 (Programmfehler) als auch Xing MP3-Encoder v1.0 (System bootet neu!) oder AllToTray v4.5 (System bleibt hängen) waren nicht zur Zusammenarbeit zu bewegen. Teilweise kam es zu spontanen Reboots und Freezes des kompletten Systemes; ein Problem, welches ich unter Windows 2003 nie zu beklagen hatte!
Übrigens gelang es mir auch nicht, von meinem Linux-Rechner per FreeNX-Client remote auf Vista zu connecten...
Nachdem ich mich durch unzählige Warnhinweise (Benutzerkontensteuerung) gewühlt und die von mir üblicherweise genutze Software halbwegs vollständig installiert hatte, belegte das System bereits satte 800MB Arbeitsspeicher und produzierte eine Ruhelast von durchschnittlich 12 - 14%. Im Vergleich zu meinem sonst installierten Windows 2003 mit 380MB und 2 - 4% (mit deutlich mehr installierter Software) ein absolut grottenschlechter Wert. Wie zu erwarten fielen die Ergebnisse diverser Benchmarks (3DMark 2003 und 3DMark 2005) dementsprechend aus. Auch in einigen Spielen (Serious Sam II, Quake IV oder Soldiers of Fortune) hagelte es deutlich niedrigere FPS-Werte. Regelrecht erschrocken war ich über die Ergebnisse der Videowiedergabe. Mit einer normalen DVD kam das System noch gut zurecht, hingegen klötzelten einige auf der Festplatte abgelegte Videos (DivX 6, XviD 1.1) ziemlich deutlich, obwohl deren Wiedergabe unter Windows 2003 nie ein Problem darstellte. Auch normale Dinge wie der Seitenaufbau unter Seamonkey (Mozilla) erschienen mir zäher als ich das bisher gewohnt war.
Fazit: Software, die die Welt nicht braucht!!!
Gut, ich bin nicht sonderlich enttäuscht, hatte ich doch von vorherein mit nichts anderem gerechnet. Der Trend, den Microsoft geht, ist schon seit Jahren bekannt und offensichtlich hat sich an dieser Philosophie nicht viel geändert. Ich für meinen Teil werde jedenfalls, so lange irgend möglich, ein riesengroßen Bogen um Vista machen...
Ach, um den üblichen Trollen vorzubeugen, die sicherlich meinen Rechner für obigen Test verantwortlich machen wollen... Mein Rechner lief vor diesem blödsinnigen Testlauf 94 Tage nonstop und stable unter Windows 2003, an meiner Hardware wird es also kaum liegen!
pharao
Da ich im Support tätig bin und es daher vorteilhaft ist, allen Widrigkeiten, die einem in unserer Branche begegnen, etwas entgegensetzen zu können, war es nun wieder mal an der Zeit, einen weiteren Blick auf das von so vielen Leuten gehypte Windows Vista zu werfen. Der letzte Versuch dürfte doch schon ein Jährchen her sein, eine frühe Beta die sich damals noch 'Longhorn' nannte...
Vom letzten Versuch geheilt, klemmte ich dieses Mal eine andere Festplatte ins System (Vista befördert nämlich andere Windows-Installationen ungefragt aber zuverlässig ins Nirwana) und los gings. Naja, nicht wirklich weit, weil permanente Freezes, gleich zu Beginn der Installation, selbige wirkungsvoll verhindern halfen.
Knapp 2 Stunden später hatte ich die Ursache auch schon gefunden; Vista mag wohl kein deaktiviertes ACPI?! Erst als ACPI _und_ APIC im BIOS enabled waren, ließ sich die Installationsroutine zur Mitarbeit bewegen. Schon allein dieser Sachverhalt macht Vista für meine Zwecke völlig unbrauchbar, ACPI/APIC und hohe Systemstabilität sind schon seit Jahren zwei verschieden paar Schuhe...
50 Minuten später (und das bei 'nem Asus P4P800-E, P4 3.2GHz, 2GB RAM und 'ner 'Raptor'), also nach etwa der anderthalbfachen Zeit einer XP-Installation war der Installer endlich fertig und ich konnte einen ersten Blick riskieren.
Bäääh is mir schleeecht...
Der Willkommensbildschirm (heißt jetzt Begrüßungscenter) ist ja für unbedarfte User ganz praktisch, aber was danach kommt, ist einfach nur grauenvoll! Wer um Gottes Willen hat diese bescheuerte Oberfläche verbrochen? Ganz abgesehen davon, daß einige bereits für XP vorhandene Themes ähnlich aussehen und der Desktop wie eine Mischung aus "Modern" (Standard Mozilla Theme) und "Crystal" (KDE 3.2 Standard Theme) wirkt, Aero also alles andere als eine neue Innovation ist, steht man darüberhinaus fassungslos vor einem designerischen Holocaust, wie er schlimmer nicht hätte ausfallen können.
Wozu eine standardmäßig aktivierte Sidebar? Wer zum Deibel braucht eine Uhr und bunte Bildchen mitten auf der Arbeitsfläche? Wozu braucht Mensch Transparenz? Was ist so toll daran, wenn ich hintenliegende Objekte diffus durchschimmern sehe? Wozu die im Vergleich zu XP noch größeren Ordnersymbole im neuen (sehr gewöhnungsbedürftigen) Explorer? Haben neuerdings alle Anwender eine 2560 x 1024'er Auflösung zur Verfügung? Und wozu gottverdammt wird eine schwenkbare! 3D-Darstellung von Ordnern benötigt? Wird damit die Produktivität höher oder nur einmal mehr billige mediale Bedürfnisse befriedigt?
Auch die Systemsteuerung wurde wieder einmal überarbeitet und macht es einem nicht leicht, gewohnte Konfigurationsmenüs schnell wiederzufinden. Erschwert wird dies außerdem durch die vorgenommene Kategorisierung. Die Krönung schlechthin ist allerdings die brandneue Benutzerkontensteuerung. Wer glaubt, die Ereignisprotokollierung beim Neustart oder Shutdown von XP wäre schon die nervigste und lästigste Idee von Microsoft gewesen, wird ganz schnell eines Besseren belehrt. Bei jeder x-beliebigen Konfigurationsänderung und nahezu jeder Softwareinstallation (außer natürlich solcher von Microsoft) plärrt dies Tool einen voll und hat damit den Titel "nervigste Softwarelösung des Jahrhunderts" redlich verdient.
Als besonders störend empfand ich einige unter W2k und XP vorhandene, unter Vista jedoch fehlende Möglichkeiten. So lassen sich weder die auf dem System standardmäßig vorhandenen Codecs komplett entfernen, noch eine ältere Version (v8 oder v9) der Microsoft Media-Codecs installieren. Damit gibt es nun keine (mir bekannte) Möglichkeit mehr, den Windows Mediaplayer aus dem System zu bügeln. Änderungen an Umgebungsvariablen scheinen auch nicht mehr so einfach möglich zu sein. Meine erste Änderung ('devmgr_show_nonpresent_devices') wurde ignoriert, eine weitere Eingabe ('devmgr_show_details') war nicht mehr möglich, da das entsprechende Eingabefeld dann leer war. Damit ist letztlich auch der Gerätemanager nicht mehr auf eine sinnvolle Nutzung umzustellen.
Auch unter der Haube scheinen sich einige Dinge geändert zu haben. Offensichtlich wurde der IP-Stack überarbeitet (oder sollte man besser "sabotiert" sagen), denn kein auf diesen angewiesenes Programm (NMap, Antivir Mailguard) funktionierte mehr, ja einige ließen sich gleich gar nicht mehr installieren.
Dies trifft gleichsam auf manch ältere Software zu. Sowohl WinAmp v2.25 (keine Installation möglich), IconEdit32 v1.0 (hängt), AVM ISDNWatch v2.0 (keine Funktion), Draytek SysLog v2.44 und WinVice v1.16 (Programmfehler) als auch Xing MP3-Encoder v1.0 (System bootet neu!) oder AllToTray v4.5 (System bleibt hängen) waren nicht zur Zusammenarbeit zu bewegen. Teilweise kam es zu spontanen Reboots und Freezes des kompletten Systemes; ein Problem, welches ich unter Windows 2003 nie zu beklagen hatte!
Übrigens gelang es mir auch nicht, von meinem Linux-Rechner per FreeNX-Client remote auf Vista zu connecten...
Nachdem ich mich durch unzählige Warnhinweise (Benutzerkontensteuerung) gewühlt und die von mir üblicherweise genutze Software halbwegs vollständig installiert hatte, belegte das System bereits satte 800MB Arbeitsspeicher und produzierte eine Ruhelast von durchschnittlich 12 - 14%. Im Vergleich zu meinem sonst installierten Windows 2003 mit 380MB und 2 - 4% (mit deutlich mehr installierter Software) ein absolut grottenschlechter Wert. Wie zu erwarten fielen die Ergebnisse diverser Benchmarks (3DMark 2003 und 3DMark 2005) dementsprechend aus. Auch in einigen Spielen (Serious Sam II, Quake IV oder Soldiers of Fortune) hagelte es deutlich niedrigere FPS-Werte. Regelrecht erschrocken war ich über die Ergebnisse der Videowiedergabe. Mit einer normalen DVD kam das System noch gut zurecht, hingegen klötzelten einige auf der Festplatte abgelegte Videos (DivX 6, XviD 1.1) ziemlich deutlich, obwohl deren Wiedergabe unter Windows 2003 nie ein Problem darstellte. Auch normale Dinge wie der Seitenaufbau unter Seamonkey (Mozilla) erschienen mir zäher als ich das bisher gewohnt war.
Fazit: Software, die die Welt nicht braucht!!!
Gut, ich bin nicht sonderlich enttäuscht, hatte ich doch von vorherein mit nichts anderem gerechnet. Der Trend, den Microsoft geht, ist schon seit Jahren bekannt und offensichtlich hat sich an dieser Philosophie nicht viel geändert. Ich für meinen Teil werde jedenfalls, so lange irgend möglich, ein riesengroßen Bogen um Vista machen...
Ach, um den üblichen Trollen vorzubeugen, die sicherlich meinen Rechner für obigen Test verantwortlich machen wollen... Mein Rechner lief vor diesem blödsinnigen Testlauf 94 Tage nonstop und stable unter Windows 2003, an meiner Hardware wird es also kaum liegen!
pharao






am 18. September 2006, 21:44
simi
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