Zweierlei Maß -oder- Geschichte wiederholt sich!
Während führende Nazis nach dem Ende des 2. Weltkrieges, insofern sie sich keines Kapitalverbrechens schuldig gemacht hatten, in der BRD nahezu unbehelligt agieren, ja selbst in hohen politischen Ämtern Karriere machen konnten, werden selbst heute noch, mithin 16 Jahre nach Abwicklung der DDR, deren "Staatsdiener" kompromisslos vom politischen Leben ausgeschlossen.
Nicht das ich mit ehemaligen Mitarbeitern der Stasi Mitleid hätte, drängt sich dennoch die Frage auf, was eigentlich das abscheulichere System war - der Nationalsozialismus im 3. Reich oder der "real existierende Sozialismus" in der DDR?
Eine wirklich befriedigende Erklärung habe ich jedenfalls in den mithin 16 Jahren meines mehr oder weniger freiwilligen Aufenthaltes in diesem Land nicht erhalten können. Man stammelt bei dieser Thematik gerne zusammenhanglose Satzteile und verstrickt sich dabei in vielfältige Widersprüche. "die Leute wurden eben gebraucht", "diese Zeiten könne man miteinander gar nicht vergleichen" (warum eigentlich nicht?) oder "schließlich wären die Dienste einiger hochrangiger Wehrmachtsangehöriger auch in der DDR in Anspruch genommen worden".
Gut (oder besser nicht gut), dann haben eben beide Seiten Nazis im Dienst belassen, nur ändert das am Sachverhalt recht wenig - man legt hier zweierlei Maß an!
Während Nazis, von denen man einigen später sogar doch noch Kapitalverbrechen nachweisen konnte (wer hätte das gedacht), unbehelligt blieben, wird selbst dem letzten kleinen Stasi-Furz, der oft kaum mehr als seine Unterschrift unter einen Fetzen Papier gesetzt hat, das gleiche "Recht" verweigert.
Aus welchem Grund verfährt man so? Liegt das am Unterschied der Systeme d.h. hat man vor potentiellen Kommunisten mehr Angst, als vor Faschisten (immerhin nur eine etwas überdrehte Spielart des ganz gewöhnlichen Kapitalisten)?
Aber es geht weiter und jetzt darf geschmunzelt werden :o)
Jahrelang hatte man sich als Ossi anhören müssen, wie schlimm doch die Bespitzelung durch die Stasi war und das so viele Denunzianten nur durch das totalitäre Bildungssystem und die politische Gleichschaltung der Menschen in der DDR möglich werden konnte. Viele Ossis hätten "solchen Kadavergehorsam geradezu verinnerlicht" und insbesondere "gegen diese Einstellungen müße man vorgehen".
Fazit? In der BRD ist so etwas natürlich nicht möglich, meinte man...
...bis vor einigen Tagen der gemeine Wessi eines Besseren belehrt wurde, als sich herauskristallisierte, daß auch in der BRD das Denunziantentum Hochkonjunktur hat. Inzwischen steht fest, der BND bediente sich seit Jahren der gleichen Methoden wie die Stasi _und_ man höre und staune, ebenfalls aus politischen Gründen!!! Offensichtlich ist es doch nicht wesentlich schwerer, auch einen Wessi mit ein wenig Judaslohn zur Bespitzelung seiner Freunde, Kollegen und Familienangehörigen zu übereden?! Die Begründung dieser Leute klingt übrigens ganz aehnlich der, die die IMs der Stasi anführten. Es wäre ihre "staatsbürgerliche Pflicht" (astreiner DDR-Sprachschatz *lol*) gewesen, bei der Enttarnung des Informationslecks im BND zu helfen, meinte heute einer der entlarvten Spitzel.
Was mich (eigentlich nicht wirklich) wundert ist, das z.z. von strafrechtlichen Folgen zwar für den BND, nicht aber für dessen Spitzel die Rede ist und das bereits einem dieser Spitzel in einer Redaktionssitzung von den Betroffenen [!!!] ganz einfach so verziehen wurde?!
Worin liegt denn nun eigentlich der Unterschied zum Verhalten der Stasi IMs, die noch heute für viele Bereiche mit Berufsverboten belegt sind?
Begründet es sich eventuell in dem Sprichwort: "Die eine (Wessi)krähe hackt der anderen (Wessi)krähe kein Auge aus"?
pharao
Während führende Nazis nach dem Ende des 2. Weltkrieges, insofern sie sich keines Kapitalverbrechens schuldig gemacht hatten, in der BRD nahezu unbehelligt agieren, ja selbst in hohen politischen Ämtern Karriere machen konnten, werden selbst heute noch, mithin 16 Jahre nach Abwicklung der DDR, deren "Staatsdiener" kompromisslos vom politischen Leben ausgeschlossen.
Nicht das ich mit ehemaligen Mitarbeitern der Stasi Mitleid hätte, drängt sich dennoch die Frage auf, was eigentlich das abscheulichere System war - der Nationalsozialismus im 3. Reich oder der "real existierende Sozialismus" in der DDR?
Eine wirklich befriedigende Erklärung habe ich jedenfalls in den mithin 16 Jahren meines mehr oder weniger freiwilligen Aufenthaltes in diesem Land nicht erhalten können. Man stammelt bei dieser Thematik gerne zusammenhanglose Satzteile und verstrickt sich dabei in vielfältige Widersprüche. "die Leute wurden eben gebraucht", "diese Zeiten könne man miteinander gar nicht vergleichen" (warum eigentlich nicht?) oder "schließlich wären die Dienste einiger hochrangiger Wehrmachtsangehöriger auch in der DDR in Anspruch genommen worden".
Gut (oder besser nicht gut), dann haben eben beide Seiten Nazis im Dienst belassen, nur ändert das am Sachverhalt recht wenig - man legt hier zweierlei Maß an!
Während Nazis, von denen man einigen später sogar doch noch Kapitalverbrechen nachweisen konnte (wer hätte das gedacht), unbehelligt blieben, wird selbst dem letzten kleinen Stasi-Furz, der oft kaum mehr als seine Unterschrift unter einen Fetzen Papier gesetzt hat, das gleiche "Recht" verweigert.
Aus welchem Grund verfährt man so? Liegt das am Unterschied der Systeme d.h. hat man vor potentiellen Kommunisten mehr Angst, als vor Faschisten (immerhin nur eine etwas überdrehte Spielart des ganz gewöhnlichen Kapitalisten)?
Aber es geht weiter und jetzt darf geschmunzelt werden :o)
Jahrelang hatte man sich als Ossi anhören müssen, wie schlimm doch die Bespitzelung durch die Stasi war und das so viele Denunzianten nur durch das totalitäre Bildungssystem und die politische Gleichschaltung der Menschen in der DDR möglich werden konnte. Viele Ossis hätten "solchen Kadavergehorsam geradezu verinnerlicht" und insbesondere "gegen diese Einstellungen müße man vorgehen".
Fazit? In der BRD ist so etwas natürlich nicht möglich, meinte man...
...bis vor einigen Tagen der gemeine Wessi eines Besseren belehrt wurde, als sich herauskristallisierte, daß auch in der BRD das Denunziantentum Hochkonjunktur hat. Inzwischen steht fest, der BND bediente sich seit Jahren der gleichen Methoden wie die Stasi _und_ man höre und staune, ebenfalls aus politischen Gründen!!! Offensichtlich ist es doch nicht wesentlich schwerer, auch einen Wessi mit ein wenig Judaslohn zur Bespitzelung seiner Freunde, Kollegen und Familienangehörigen zu übereden?! Die Begründung dieser Leute klingt übrigens ganz aehnlich der, die die IMs der Stasi anführten. Es wäre ihre "staatsbürgerliche Pflicht" (astreiner DDR-Sprachschatz *lol*) gewesen, bei der Enttarnung des Informationslecks im BND zu helfen, meinte heute einer der entlarvten Spitzel.
Was mich (eigentlich nicht wirklich) wundert ist, das z.z. von strafrechtlichen Folgen zwar für den BND, nicht aber für dessen Spitzel die Rede ist und das bereits einem dieser Spitzel in einer Redaktionssitzung von den Betroffenen [!!!] ganz einfach so verziehen wurde?!
Worin liegt denn nun eigentlich der Unterschied zum Verhalten der Stasi IMs, die noch heute für viele Bereiche mit Berufsverboten belegt sind?
Begründet es sich eventuell in dem Sprichwort: "Die eine (Wessi)krähe hackt der anderen (Wessi)krähe kein Auge aus"?
pharao






am 05. Maerz 2007, 17:36
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