Warum ich schwieg?

...haben mich nun schon einige Leute gefragt. Sie würden insbesondere meine sarkastischen politischen Kommentare vermissen, erzählen sie....

Hmm?! Angesichts dessen, was hier und anderswo seit meinem letzten Eintrag abgegangen ist, kann ich nur sagen, mir hat es schlicht und einfach die Sprache verschlagen. Da sind in letzter Zeit Dinge passiert, die hatte selbst ich nicht für möglich gehalten, zumindest noch nicht jetzt.

Da wäre Adolf Schäubles nicht enden wollender, sich stattdessen zuspitzender Amoklauf; die Ereignisse rund um den GuteN8-Gipfel in Heiligendamm; die Tatsache, das ein sich Rechtsstaat nennendes Land Geruchsproben politischer Gegner sammelt (Stasi lässt grüßen!) und dessen Geheimdienst "versehentlich" Akten vernichtet, die wohl das Fehlverhalten einer ganzen Regierung nicht nur im Fall Kurnaz hätten belegen können.

Aber nicht nur in Deutschland stinkt es zum Himmel. Die mittlerweile vom letzten G8-Gipfel in Genua veröffentlichten Bilder haben mich nicht nur betroffen gemacht, ehrlich gesagt habe ich fast resigniert. Wie soll man noch tun, umgeben von nicht nur einem Volk, welche in der Mehrzahl nichts mehr zu merken scheinen und stumpfsinnig ignorierend solche Exzesse dulden?
Italienische Faschisten verprügeln friedliche Demonstranten, von Coca Cola und anderen Großkonzernen bezahlte Auftragskiller töten Gewerkschafter in Südamerika, amerikanische Beraterfirmen versuchen einen Putsch in Venezuela zu initiieren; wir legen landwirtschaftliche Nutzflächen still und reglementieren die Milchproduktion unserer Kühe, während in der 3. Welt Menschen verhungern _und_ 80% unserer völlig verblödeten Bevölkerung finden das System, was so etwas ermöglicht gut?
Und nicht nur das! Der Kreationismus ist auch hier in Deutschland auf dem Vormarsch. Mittlerweile glauben bereits doppelt soviele Menschen wie noch vor 20 Jahren, die Darwinsche Evolutionstheorie wäre Unfug und der Mensch ein Produkt Gottes. Und das im 21. Jahrhundert!!!

Wie reagiert man als intelligenter Mensch auf solch eine geballte Menge Dummheit?


pharao

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Kommentare

Geschrieben von J. Schoska  
am 29. Juni 2007, 08:03
Genau wie immer:

Man geht alles noch einmal minutiös durch, damit der Charakter auf der anderen Seite versteht und es seinerseits vertreten und weitergeben kann. - Resignation wäre genau der Punkt auf den man es nicht ankommen lassen soll.

Gruß J. Schoska

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Geschrieben von Pharao  
am 29. Juni 2007, 21:02
Prinzipiell gebe ich Dir recht, nur momentan kämpft man alleine gegen eine ganze Armee.

Heute z.b. wieder...
http://www.heise.de/newsticker/meldung/91988

Der Mann dreht völlig durch und keiner stoppt ihn, die meisten meinen stattdessen nur stumpfsinnig "wer sich nichts zuschulden kommen läßt, der hat auch nichts zu befürchten"

Apropo, was meint der Schäuble eigentlich mit diesem Satz?
"In einem Brief an Zypries habe Schäuble gestern noch einmal eindringlich vor der Gefahr von Terroranschlägen gewarnt, sollte das BKA-Gesetz nicht rasch auf den Weg gebracht werden,..."

Wenn die anderen nicht spuren, gibts Terroranschläge? War das nur ein Versprecher oder ein Geständnis?

pharao

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Geschrieben von  
am 10. Juli 2007, 08:47
Dass Schäuble argumentativ mit Kuhköpfen wirft ist, denke ich, offensichtlich - und so verhält es sich auch in dem Brief an Zypries.
Allerdings hat diese Argumentationsform für die breite Masse schon immer funktioniert, denn: "Die kennen sich ja aus, zumindest besser als ich."

Immerhin formiert sich in den letzten Tagen und Wochen eine, zugegebenermaßen grau-schwammige, Front, die zumindest Einspruch übt. Was fehlt ist eine Person, die bekannt genug ist, um Schäuble öffentlich das Fundament zu zerdeppern und seine 0815 Antworten durchdringt.

Und bis diese Person nicht gefunden wurde und man nicht selbst eine solche ist: "Genau wie immer... [...]"

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Geschrieben von Simi  
am 10. Juli 2007, 00:42
das argument mit dem "hunger in der dritten welt" ist für mich ganz ehrlich quatsch. es ist doch fakt das hier zuviel produziert wird und viel davon nicht einmal ohne zu verderben dahin geschafft werden könnte und wenn, wer sollte den transport übernehmen und vor allem zahlen?

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Geschrieben von  
am 10. Juli 2007, 08:41
Das '3.Welt Argument' ist immer mit Vorsicht zu genießen, da man sich schnell selbst einwickelt. - Egal in welcher Richtung man es benutzt.



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Geschrieben von Pharao  
am 10. Juli 2007, 10:48
Wo liegt das Problem? Milch läßt sich hervorragend pulverisieren und auf den Stillegungsflächen kann man schließlich gezielt bestimmte Agrarerzeugnisse anbauen, die schlecht oder nicht verderblich sind (Getreide?!) Die kleine DDR hat fast 20 Jahre vorgemacht wie das geht, indem sie ihre Überproduktion an Milch in Pulverform als Entwicklungshilfe nach Angola geschafft hat.
Transportkapazitäten sind auch genügend vorhanden. Geh mal in den Supermarkt Deiner Wahl und schau Dir dort die Label der vorgebackenen Brötchen im Kühlregal an - "Made in China". Ja, wir verschiffen Mehl nach China, lassen dort den Teig herstellen und wieder herschippern, weil so ein paar Cent Herstellungskosten gespart werden. Krank, gelle? Und das ist noch nichtmal die Spitze des Eisberges.
Naturale Entwicklungshilfe ist immer der bessere Weg. Geld nutzt denen in der 3. Welt recht wenig, das versandet ohnehin in den Reihen des "Apparates" des jeweiligen Landes und beim "Endkunden" kommt das wenigste davon an. Unsere Art Entwicklungshilfe ist eine andere Art der Bestechung, macht es die Korrupten des jeweiligen Landes doch willfährig gegenüber unseren Wünschen (Rohstoffe). Unser System hat kein Interesse an selbstständigen oder gar irgendwann mal sanierten 3. Welt Ländern; die kann man nämlich schlechter ausbeuten.

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Geschrieben von  
am 10. Juli 2007, 13:05
Ich habe die Machbarkeit nicht in Frage gestellt. :)

Natürlich ist es möglich und lediglich eine Frage des kräftig ausgeführten Tritts in den Arsch diverser hoher Persönlichkeiten - und uns aller.

Dass Geldmittel dort nur versanden, wie man so schön sagt, ist ein offenes Geheimnis, bzw. dass keiner wirklich weiß, wo es überhaupt hin wandert; wobei verschwindendes Geld immer in den gleichen Taschen verschwindet. Und falls sie doch für Infrastruktur eingesetzt werden, so gehen die Aufträge dafür meist auch zu uns oder in Richtung China.

Gruß J. Schoska

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Geschrieben von J. Schoska  
am 10. Juli 2007, 13:06
Natürlich hab ich das nicht in Frage gestellt, du beziehst dich ja auch auf den vorherigen Post - wie dumm von mir ;)

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Geschrieben von   www
am 21. Juli 2007, 10:08
tja, da fällt mir nix mehr ein, ausser mal auf mein neues T-Shirt hinzuweisen :-)

http://www.spreadshirt.net/shop.php?sid=243213



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