Du bist Deutschland...

Angesichts dieser denkwürdigen News...

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 3500 Tauschbörsen-Teilnehmer
Ermittler hatten Zugriff auf eDonkey-Server

...und der Tatsache, das die scheinbar völlig schizophrenen Anwälte der profitgeilen Musikindustrie beabsichtigen, pro einzelnem Song einen Streitwert von 10.000 ¤ anzusetzen, konnte ich einfach nicht umhin, Jasc's guten alten PaintShop Pro zu starten um der verlogenen "Du bist Deutschland" Kampagne eine weitere giftige Parodie hinzuzufügen...

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Ach ja übrigens...
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pharao

Dan Brown's Sakrileg.

Inzwischen ist der auf einer Romanvorlage von Dan Brown basierende Film 'The Da Vinci Code - Sakrileg' in den Kinos einiger Länder angelaufen, begleitet von stürmischen Protesten nicht weniger Katholiken. Bereits im Vorfeld gab es Boykottaufrufe diverser kirchlicher Institutionen und Forderungen nach einer vor dem Film zu sendenden Gegendarstellung durch die katholische Sekte "Opus Dei", die sich bei den Protesten besonders hervortat.

http://de.opusdei.org/art.php?p=16349

QUOTE:

Heute ist der Film „The Da Vinci Code – Sakrileg“ uraufgeführt worden. Der Film gibt den Roman wieder, der falsch, ungerecht und für die Christen beleidigend ist. Er verstärkt noch die verleumderische Wirkung durch die Kraft der Bilder. Auch hat sich bestätigt, daß der Film keinen Vorspann enthält, der erklärt, daß jede Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit reiner Zufall ist.

Ich habe dieses Buch bereits vor längerer Zeit gelesen und ich empfand es als abwechslungsreiche, spannende und sehr unterhaltsame Lektüre. An keiner Stelle allerdings kam ich in Versuchung, einem als Roman deklarierten Bestseller zu unterstellen, die erzählte Geschichte könnte real sein...
Was kann an einer fiktiven Story falsch, ungerecht oder verleumderisch sein (das schliesst alleine schon der Begriff "fiktiv" aus)?

QUOTE:

In den letzten Monaten haben sich viele Katholiken, Christen verschiedener Konfessionen, Juden, Moslems und andere Gläubige und Bürger guten Willens respektvoll zu Wort gemeldet. Ihre Bitten haben offensichtlich keinen Erfolg gehabt. Diese Stimmen forderten weder eine Sonderbehandlung noch wollten sie die Meinungsfreiheit einschränken. Die Bitte um Achtung ist etwas Selbstverständliches und entspricht den Verpflichtungen, die Sony der Gesellschaft gegenüber eingegangen ist.

Ne klar. Boykottaufrufe, einstweilige Verfügungen und Verbotsanträge haben mit Einschränkung der Meinungsfreiheit rein gar nichts zu tun - echt nich...

http://de.opusdei.org/art.php?p=16294

QUOTE:

Welch ein Kontrast! – Am 17. Mai 2006 wird in Cannes Ron Howards Streifen „The Da Vinci Code“ präsentiert – ein irrer Film und zugleich ein böse Karikatur Jesu Christi und der Katholischen Kirche einschließlich des Opus Dei. Und am 17. Mai 1992 sprach Papst Johannes Paul II. den Gründer des Opus Dei selig. Kurz darauf predigte der damalige Kardinal Joseph Ratzinger vor deutschen Pilgern über Gründung und Geist von Josefmaria Escrivá. Auch 2002, aus Anlass von dessen Heiliggsprechung am 6. Oktober, hat der heutige Papst Benedikt XVI. über Gründer und Werk gesprochen.
2006 und 1992 – Heute ein oberflächliches und verantwortungsloses Zerrbild, damals eine tiefgreifende Einordnung in das Gesamt christlicher Spiritualität.

Ein irrer Film, eine böse Karikatur Jesu Christi, ein oberflächliches und verantwortungsloses Zerrbild - Aha...

Vergessen wir doch für einen Moment Fiktion und Realität. Was wäre so schlimm daran, hätte Jesus tatsächlich Frau und Kind gehabt? Ist die Darstellung eines mordenden Mönches angesichts der Verbrechen der katholischen Kirche (Inquisition, Kollaboration mit den Nazis) bis ans Ende des letzten Jahrhunderts (Waffenhandel, Devisenschmuggel, Auftragsmorde an Roberto Calvi, Michele Sindona, Sergio Vaccari und Vincenzo Casillo) wirklich so absurd? Und warum protestiert die katholische Kirche angesichts nicht weniger anderer Werke kritischen oder fiktiven Inhaltes ('Der Name der Rose' oder auch 'Das Jesus-Video') so vehement gegen _diesen_ Film?
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, er enthielte vielleicht doch einige unangenehme Wahrheiten, die der Klerus lieber nicht veröffentlicht sehen möchte ;o)

pharao

Nazis - Ein ostdeutsches Problem?

Um es vorwegzunehmen... In einigen Landstrichen der ehemaligen DDR gibt es tatsächlich ein Problem mit der braunen Pest, da hilft kein Wenn und Aber.

Gerade deshalb und aufgrund der weltfremden, unrealistischen Erklärungsversuche von Befürwortern wie Gegnern dieser Aussage, kann man inzwischen nur noch von einer weiteren verlogenen Ost-West Diskussion sprechen. Wie üblich, scheint es den Protagonisten eher um Profilierung und Wählerstimmen, der anderen Seite um die weitere Diskreditierung der DDR zu gehen, statt um wirklich realistische Aufarbeitung der Ursachen für diese Problematik.
Die Krönung der für dieses Land mittlerweilen typischen Verlogenheit ist wohl die heute eingereichte Strafanzeige wegen "Volksverhetzung" gegen den Verursacher dieser Diskussion, den ehemaligen Pressesprecher der rot-grünen Regierung Uwe-Karsten Heye, der inzwischen verzweifelt versucht seine Aussage zu relativieren.
Warum tut er das eigentlich? Er hat doch recht?!

Was ich persönlich jedoch als noch unerträglicher empfinde, ist nicht das Vertuschen und Totschweigen offensichtlicher Systemmängel, sondern die Instrumentalisierung dieses Sachverhaltes, um wieder einmal die Vergangenheit von 16 Millionen Bürgern dieses Landes in Misskredit zu bringen.
Es häufen sich Stimmen, die das Bildungssystem der DDR im Speziellen, sowie die Gesellschaft der DDR im Allgemeinen für den heute existierenden braunen Sumpf verantwortlich machen. Da wird mit Begriffen wie Blockwartmentalität, Entindividualisierung, totalitärer Erziehung oder traditionellem Rechtsradikalismus (man höre und staune) hantiert, um die Verantwortung am heutigen Zustand von sich zu weisen und der ehemaligen DDR in die Schuhe zu schieben. Man schreckt nicht einmal davor zurück, seine eklatanten Bildungslücken offen zur Schau zu stellen, indem man Nationalsozialismus und Sozialismus auf eine Stufe stellt...

ARGHH!!!

Ich war zum Zeitpunkt des Mauerfalles 23 Jahre alt, habe also meine Kindheit und Jugend komplett in der DDR verlebt -und- kann dadurch sicher erheblich besser über "Nazis im Osten" philosophieren, als manch westdeutscher Journalist oder Politiker, der die DDR nur von "draußen" oder durch Springer-Presse und TV kennengelernt hat.
In meine Schule gingen mehrere ausländische Kinder, darunter Polen, Russen und Angolaner sowie auch Mischlingskinder von Gastarbeitern und Deutschen. Nur wenige Kilometer von unserem Haus entfernt war zudem ein Ausländerwohnheim mit zumeist kubanischen Gastarbeitern, die im nahegelegenen Reifenwerk arbeiteten oder ausgebildet wurden. Ebenfalls nur einige Kilometer in der anderen Richtung befand sich die TU Dresden, in der weitere Ausländer studierten und lehrten.
Ich kann mich an _keinen_ einzigen Vorfall erinnern, in dem andere Menschen wegen ihrer Herkunft oder anderen Hautfarbe beleidigt oder gar verletzt worden wären. Im Gegenteil! Einer meiner besten Freunde z.b. hatte einen angolanischen Vater, wir sind viel zusammen durch die Gegend gezogen und nie gab es Probleme mit rassistischem Hintergrund...
Faschismus, Rassismus und Antisemitismus waren bis zur völligen Erschöpfung durchgekaute Themen im Schulunterricht der DDR und absolut unerwünschte Gesinnungsrichtungen. Man kann selbstverständlich nicht ausschließen, daß es immer und überall Idioten gibt, die derartigen Gedanken nachhängen, auf Interesse oder gar Gegenliebe stießen diese Individuen in der Gesellschaft der DDR jedenfalls nicht. Damit war es für sie auch unheimlich schwer, sich zu organisieren und ihre kranken Ansichten weiterzugeben.

Von einer flächendeckenden Neonazi-Tradition in der DDR zu sprechen, ist jedenfalls schlicht unverschämt und absolut realitätsfremd.

Die Ursachen sind auf einer ganz anderen Ebene zu suchen. Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und andere faschistische Ideale benötigen einen Nährboden. Sie resultieren aus der Not einzelner Bevölkerungsschichten und deren Bestreben, den Verantwortlichen für diesen Zustand ausfindig zu machen. Daher wundert es nicht, das sich Zentren neonazistischer Aktivitäten im Osten (wie übrigens auch im Westen) auf soziale Brennpunkte mit besonders hoher Arbeitslosigkeit konzentrieren.
Ein perfektes Beispiel dafür ist ein besonderes Problemgebiet, die Region "Sächsische Schweiz" bei Dresden, die über den höchsten Anteil Neonazis sowie rechten Wählern in Deutschland verfügt, aber auch eine Region mit weit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit repräsentiert.
Wo liegen die Ursachen?
An dieser Stelle muß die Frage erlaubt sein, wer eigentlich für die Schließung und Abwicklung des größten Arbeitgebers der Region, dem VEB Kunststoffwerk Sebnitz verantwortlich zeichnet? Wieso wurde ein Betrieb mit hohem Exportvolumina, zunächst als sicher sanierbar bezeichnet, von der Treuhand für ein paar Mark verschleudert? Wen repräsentierte diese Treuhand? Welche machtpolitischen und profitwirtschaftlichen Hintergründe gab es dafür? Und dieses Beispiel ist durchaus kein Einzelfall! Flächendeckend wurde eine ganze Wirtschaft, egal ob betroffene Betriebe sanierungsfähig oder in Einzelfällen gar konkurrenzfähig waren, gnadenlos abgewickelt. Heerscharen von Betrügern und dubiosen Geschäftemachern zogen durchs Land, gewissenlose Kapitalisten mißbrauchten den Osten als Billiglohnzone und reklamierten eine angeblich niedrigere Arbeitsproduktivität (wer einmal im Westen arbeiten war weiß, das das Gegenteil der Fall ist) als Rechtfertigung für ihre widerlichen Raubzüge.

Der durchschnittliche Ossi musste in den letzten 16 Jahren im Durchschnitt 260 Stunden pro Jahr, d.h. immerhin 32 Tage mehr arbeiten (40-Stunden Woche) und bekam für die gleiche Arbeit zudem nur 80% des Gehaltes seines westdeutschen Kollegen, teilweise sogar noch deutlich weniger. Wurde er dann arbeitslos, weil profitgierige Investoren die Firma wo er angestellt war ruinierten, hatte er eine deutlich niedrigere Berechnungsgrundlage für Arbeitslosengeld und zusätzlich niedrigere (ostdeutsche) Zahlbeträge, wurde also ein weiteres Mal über den Tisch gezogen. Arbeitslosigkeit hier war daher nicht selten gleichzusetzen mit Armut. Die Folgen von Armut (Bildungsmangel, Alkoholismus, Asozialität) dürften hinreichend bekannt sein, oder?
Und weil all das noch immer nicht genug ist, demotiviert man den abgehalfterten Arbeitssklaven auch noch zusätzlich, indem man ihm latente Faulheit unterstellt und ihn als "Jammerossi" und Sozialschmarotzer betitelt. Wer würde da nicht resignieren?

Anstatt das Medien und Politik dieser Entwicklung entgegenwirken und die wirklich Verantwortlichen für diesen Zustand, nämlich gewissenlose Geschäftemacher, profitgierige Kapitalisten und das internationale Finanzkapital, letztlich also dieses kranke System benennen, werden stattdessen noch nationalistische Kampagnen wie "Du bist Deutschland" ins Leben gerufen.

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Da wundert es auch kaum, das diese sauteure Kampagne gar nicht so innovativ ist, wie uns deren Macher verkaufen wollen. Sie ist auch nicht neu, das gabs doch alles schonmal vor gar nicht allzu langer Zeit...

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Und da wundert man sich ernsthaft, das unter diesen Umständen der westdeutsche Exportschlager "Nazi" hier im Osten auf fruchtbaren Boden fallen konnte?
Tja, meine Herren Politiker, ihr erntet heute die Saat der Arbeit, die Ihr in den letzten 16 Jahren geleistet habt und heute noch leistet!

pharao

PS: Ein wirklich guter Beitrag zu dieser Verdummungskampagne...



Zweierlei Maß!

Zweierlei Maß -oder- Geschichte wiederholt sich!

Während führende Nazis nach dem Ende des 2. Weltkrieges, insofern sie sich keines Kapitalverbrechens schuldig gemacht hatten, in der BRD nahezu unbehelligt agieren, ja selbst in hohen politischen Ämtern Karriere machen konnten, werden selbst heute noch, mithin 16 Jahre nach Abwicklung der DDR, deren "Staatsdiener" kompromisslos vom politischen Leben ausgeschlossen.
Nicht das ich mit ehemaligen Mitarbeitern der Stasi Mitleid hätte, drängt sich dennoch die Frage auf, was eigentlich das abscheulichere System war - der Nationalsozialismus im 3. Reich oder der "real existierende Sozialismus" in der DDR?

Eine wirklich befriedigende Erklärung habe ich jedenfalls in den mithin 16 Jahren meines mehr oder weniger freiwilligen Aufenthaltes in diesem Land nicht erhalten können. Man stammelt bei dieser Thematik gerne zusammenhanglose Satzteile und verstrickt sich dabei in vielfältige Widersprüche. "die Leute wurden eben gebraucht", "diese Zeiten könne man miteinander gar nicht vergleichen" (warum eigentlich nicht?) oder "schließlich wären die Dienste einiger hochrangiger Wehrmachtsangehöriger auch in der DDR in Anspruch genommen worden".
Gut (oder besser nicht gut), dann haben eben beide Seiten Nazis im Dienst belassen, nur ändert das am Sachverhalt recht wenig - man legt hier zweierlei Maß an!
Während Nazis, von denen man einigen später sogar doch noch Kapitalverbrechen nachweisen konnte (wer hätte das gedacht), unbehelligt blieben, wird selbst dem letzten kleinen Stasi-Furz, der oft kaum mehr als seine Unterschrift unter einen Fetzen Papier gesetzt hat, das gleiche "Recht" verweigert.
Aus welchem Grund verfährt man so? Liegt das am Unterschied der Systeme d.h. hat man vor potentiellen Kommunisten mehr Angst, als vor Faschisten (immerhin nur eine etwas überdrehte Spielart des ganz gewöhnlichen Kapitalisten)?

Aber es geht weiter und jetzt darf geschmunzelt werden :o)

Jahrelang hatte man sich als Ossi anhören müssen, wie schlimm doch die Bespitzelung durch die Stasi war und das so viele Denunzianten nur durch das totalitäre Bildungssystem und die politische Gleichschaltung der Menschen in der DDR möglich werden konnte. Viele Ossis hätten "solchen Kadavergehorsam geradezu verinnerlicht" und insbesondere "gegen diese Einstellungen müße man vorgehen".
Fazit? In der BRD ist so etwas natürlich nicht möglich, meinte man...
...bis vor einigen Tagen der gemeine Wessi eines Besseren belehrt wurde, als sich herauskristallisierte, daß auch in der BRD das Denunziantentum Hochkonjunktur hat. Inzwischen steht fest, der BND bediente sich seit Jahren der gleichen Methoden wie die Stasi _und_ man höre und staune, ebenfalls aus politischen Gründen!!! Offensichtlich ist es doch nicht wesentlich schwerer, auch einen Wessi mit ein wenig Judaslohn zur Bespitzelung seiner Freunde, Kollegen und Familienangehörigen zu übereden?! Die Begründung dieser Leute klingt übrigens ganz aehnlich der, die die IMs der Stasi anführten. Es wäre ihre "staatsbürgerliche Pflicht" (astreiner DDR-Sprachschatz *lol*) gewesen, bei der Enttarnung des Informationslecks im BND zu helfen, meinte heute einer der entlarvten Spitzel.
Was mich (eigentlich nicht wirklich) wundert ist, das z.z. von strafrechtlichen Folgen zwar für den BND, nicht aber für dessen Spitzel die Rede ist und das bereits einem dieser Spitzel in einer Redaktionssitzung von den Betroffenen [!!!] ganz einfach so verziehen wurde?!

Worin liegt denn nun eigentlich der Unterschied zum Verhalten der Stasi IMs, die noch heute für viele Bereiche mit Berufsverboten belegt sind?
Begründet es sich eventuell in dem Sprichwort: "Die eine (Wessi)krähe hackt der anderen (Wessi)krähe kein Auge aus"?

pharao

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